REZENSIONEN -DER SPRUNG-

Von: Alliteratus


Es war heiß an jenem Tag. Peter und einige Freunde hatten sich entschlossen, raus an einen Baggersee zu fahren. Eine spontane Entscheidung am See sollte Peters Leben von Grund auf und für immer ändern. Ein unbedachter Sprung in unbekanntes Wasser, ein harter Aufschlag auf seichtem Grund und das Unglück ist geschehen: Genickbruch, jedoch ein Genickbruch, der nicht zum Tode führt, sondern zur Lähmung vom Hals an abwärts. Der Weg zurück in die Welt als Querschnittsgelähmter wird für alle Beteiligten zur harten Geduldsprobe.

Jahr für Jahr verunglücken trotz aller Warnungen immer wieder Menschen im Sommer an Baggerseen und ziehen sich aufgrund von Sprüngen eine Querschnittslähmung zu. Thérèse Major schildert mit der vorliegenden Geschichte einen wahren Fall. Da alle Beteiligten zu Wort kommen – Freunde, Eltern – wird das Ereignis und seine Folgen aus jeder Sichtweise geschildert und gewertet; dies verleiht der Geschichte ein hohes Maß an Authentizität. So erlebt man aus den verschiedensten Positionen heraus mit, wie die Angst vor der Wahrheit verdrängt schließlich zur Gewissheit wird, man erlebt als Leser mit, wie die Personen mit der Nachricht von der Querschnittslähmung und dem Kampf um die Rückkehr in den Alltag umgehen, man erfährt von deren Hoffnungen, Ängsten, Erwartungen, der unbändigen Wut (“Warum gerade ich?“), man lernt, dass das Wort “Zukunft“ plötzlich einen ganz anderen Klang hat. Auf diese Art und Weise erhält der Leser Einblicke in das Denken und Fühlen derer, die eine Querschnittslähmung aufgrund eines Unfalles haben und wird emotional mitgenommen.

Aufgrund des Gesagten ist also eine Lektüre über den privaten Bereich hinaus etwa in der Schule durchaus denkbar. Anlage und Thematik lassen eine vielfältige Behandlung und Bearbeitung im Unterricht zu, vermitteln nicht nur Wissen, sondern auch Verständnis (nicht zu verwechseln mit Mitleid). Allerdings hätte man diesbezüglich besser ein kurzes Kapitel mit Ausführungen der Autorin zu diesem Thema und Kontakt- bzw. Informationsadressen beigegeben, um einen ersten Zugang zu schaffen.

Auf der anderen Seite können auch Betroffene aus der Geschichte viel lernen: Sie können erkennen, dass sie nicht alleine mit ihrem Schicksal sind, dass es noch andere gibt. Das kann Hoffnung geben und Mut den Entmutigten spenden, zumal wenn der junge Mann sagt: “wenn man zu lange grübelt, wird man nur depri.” (S. 49)

Von daher ist es auch gut vorstellbar, dass dieses Buch in der Reha Querschnittsgelähmter im Rahmen der psychischen Verarbeitung des Erlebten und Erlittenen Verwendung findet, wobei die Art des Unfalles nur die geringste Rolle spielt, ließe sie sich doch durch eine andere, wie beispielsweise durch einen Motorradunfall, ersetzen. Für eine solche Gruppe wäre ein Verzeichnis mit Internet-Adressen oder mit Adressen von Institutionen, die auch nach der Reha hilfreich beiseite stehen, wünschenswert.

Ein überaus lesenswertes und lehrreiches Buch, das emotional bewegt.

Elmar Broecker

Von Büchereule


Meine Meinung

Dieses kleine Büchlein stimmt mich wirklich sehr nachdenklich. Es ist die Geschichte vom 18jährigen Peter, der an einem sonnigen Sommertag mit seinen Freunden an einen Badesee fährt, um sich einen schönen Tag zu machen. Gemeinsam mit seinem besten Freund stürmt er auf den Steg und springt ins Wasser. Martijn hat Glück, er springt mit den Füßen voran, doch Peter kommt direkt mit dem Kopf in dem viel zu seichten Wasser auf und bricht sich das Genick. Er wird direkt ins Krankenhaus gebracht und dort trifft ihn und seine Familie die niederschmetternde Diagnose: Querschnittslähmung. Er kann sich von den Schultern abwärts nicht mehr bewegen. Auf den nächsten 140 Seiten begleiten wir Peter ein Stück durch die nächsten 6 Jahre seines Lebens...der lange Krankenhausaufenthalt, gefolgt von dem noch längeren Reha-Aufenthalt, der Umbau seines alten Zuhauses in eine behindertengerechte Wohnung, sein Leben im Rollstuhl, diktiert von Pflegediensten, abhängig von seiner Familie. Depressionen, Zweifel, immer wieder Erinnerungen an bessere Zeiten in der Vergangenheit...aber gleichzeitig immer der Wille, weiterzuleben, die absolute Gewissheit, glücklich zu sein, überhaupt überlebt zu haben.
Das Buch ist, wie schon erwähnt, in einer Art Interviewform geschrieben, bei der immer abwechselnd alle Personen zu Wort kommen, die unmittelbar betroffen sind: Peter selbst, seine Eltern, seine Geschwister, seine Freunde. Am besten kann man es wohl als Erfahrungsbericht für Jugendliche beschreiben, bei dem man sowohl Peters Weg nach dem Unfall, die Reaktionen seiner Umwelt, die Belastungen für alle Beteiligten usw. miterlebt, als auch immer wieder Sprünge in die Vergangenheit unternimmt und Peter als völlig gesunden jungen Menschen kennenlernt.
Es ist eine sehr direkte Art, vor Augen zu führen, wie schnell es gehen kann, wie schnell eine kurze Unbedachtheit das Leben so grundlegend verändern kann und wie unvorbereitet solche Schicksalsschläge treffen.

Meiner Ansicht nach ein sehr empfehlenswertes Buch, nicht nur für Jugendliche.
Giulietta777
 

Von: Amazon

Dies ist eine wahre Geschichte, denn der Protagonist dieser Geschichte, Peter, ist tatsächlich gesprungen - ins Wasser, ohne zu prüfen ob es dort wo er hinsparng tief genug war. Das Buch ONE DIVE CAN F*CK UP YOUR LIFE von Thérése Major ist aufrüttelnd und Warnung zugleich in einer Gesellschaft von Sorglosigkeit und Spaß für alle.


Ein hartes Buch ein schweres Schicksal und dazu auch noch wahr - denn ONE DIVE CAN F*CK UP YOUR LIFE von Thérése Major ist nach einer wahren Begebenheit geschrieben und zeigt auf, wie schnell das Leben, wie wir es kennen, vorbei sein kann und jahrelange Reha die Folge ist.

Peter ist gesprungen - was soll es - er wollte Spaß mit seinen Freunden, nur das just gerade an dieser Stelle im Wasser es ganz flach war - die Folge, Genickbruch.

Dich damit endet es nicht, denn Peter lebt noch - zwar Querschnittsgelähmt und damit zum Siechtum verdammt, doch er lebt.

Die Geschichte zeigt die Interaktion und die Handlungen zwischen Freunden, Familie und Beruf auf - sie zeigt uns die Gefühle von Peter, seine Gedanken und auch die Hoffnungslosigkeit - ebenso aber seinen Lebenswillen und die kleinen und doch freudigen Überraschungen als er erkennt, as er doch nicht ganz so verloren ist.

Ein schonungsloser Roman nach einer wahren Begebenheit, welcher ein wenig, nur ein klein wenig aufrütteln sollte. Als Jugendlicher denkt man nicht an Risiken, doch sollte man sich immer vor Augen halten das die Umwelt auch Gefahr bereithält, wie im Fall von Peter.

Der Roman ist so geschrieben als sei man dabei gewesen, man sieht sich zwischen Peters Freunden stehen, neben den Eltern im Krankenhaus und begleitet ihn sogar durch die Reha Maßnahmen.

Ein schweres Thema, nicht flauschig, nicht weich sondern die ungeschminkte Wahrheit, die einen so manches Mal hässlich ins Gesicht lacht.

Empfehlenswert!

Thorsten Wiedau